Vor einiger Zeit hatte mir Ralf Westphal ein Rezensionsexemplar seines und Christian Weyers Buch .NET 3.0 kompakt geschickt. Die beiden habe ich im Sommer 2003 beim .NET Summercamp kennengelernt, die die .NET User Group Leipzig schon seit einiger Zeit in eigener Regie organisiert¹. Seitdem haben wir uns näher kennengelernt, nicht nur, weil ich damals für .NET kompakt ein Autogramm haben wollte und Ralf im ersten Moment ziemlich perplex deswegen war. Meine Antwort damals auf seine "Schreibblockade" beim Autogramm war: "Wer Bücher schreibt, muss auch Autogramme geben" und schon hatte ich eines, nachdem sich Ralf dafür selber einen Text dazu einfallen musste. Das von Christian Ad hoc als Text vorgeschlagene "In Liebe" hat er dann doch nicht geschrieben. ;)
Damit gleich zur Frage – kann man mit dem Buch .NET 3.0 kompakt ".NET lieben lernen"? Was ist .NET eigentlich, in was man sich möglicherweise verliebt? Ist das etwas Ernstes, Sinnvolles fürs Leben oder ist es nur einfach wieder ein Hype, quasi wie eine Affäre, nichts langfristiges und auf lange Zeit reizvolles?
Ich bin kein Freund von ewig langen Rezensionen von Büchern, es sei denn, es geht um eine akademisch anspruchsvolle Analyse oder eine Rezension von Ausmaßen der eines Marcel Reich-Ranicki oder Hellmuth Karasek. Zumeist geht es mehr oder weniger um eine Kaufempfehlung für die potentiellen Leser. Ist das Buch gut lesbar oder nicht? Hat es eine klar definierte Zielgruppe oder nicht und trifft der Inhalt die Bedürfnisse dieser? Kommt es mit einer großen Aufmache aber beinhaltet nur heiße Luft? Nicht selten hat ein Buch bei Amazon & Co. schon eine negative Rezension von Kunden bezüglich dieser Punkte erhalten. Demzufolge dürfte es sich um das handeln, was es potentielle Käufer interessiert: Was steht also in dem Buch und wie ist dieser Inhalt? Lohnen sich 17 EUR für Christians und Ralfs Buch?
Das Buch geht auf 221 Seiten auf folgende Inhalte ein
Resultat: Für alle die, die .NET als etwas nicht fassbares, als eine Art "Wolke" Technologie empfinden, ist das Buch lesenswert. Der Begriff .NET wird verständlicher, auch wenn er dadurch nicht unbedingt sofort greifbarer wird, denn wie "ein Mycel durchdringt es die Produkte und Technologien von Microsoft"4. Eingangs wird des Öfteren auf .NET kompakt verwiesen aber ich denke, für jeden .NET-Beginner reichen die Erläuterungen in .NET 3.0 kompakt. Wer .NET wiederum schon kennt, bekommt im Managerstil kurz und prägnant die mit .NET 2.0 / 3.0 verbundenen Neuerungen. Wer dann Lust auf Extension Methods, Lamba-Ausdrücke, Anonyme Typen oder gar LINQ verspürt, findet zwar immer ein kleines Beispiel, aber um von einem "ich hab's mal gesehen" zu "ich kann es anwenden und weiß auch wo und wann" zu kommen, reichen die Inhalte im Buch bei Weitem nicht . Ist das schlimm? Nein, ich finde damit entspricht es sicherlich der Zielgruppe und auch deren Erwartungen und so kann ich es .NET-Beginnern und auch den -Entwicklern, die einen Überblick über neues im .NET-Universum haben möchten, nur empfehlen.
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Was ist mir bei der Lektüre aufgefallen? Einfach so drauf los geschrieben:
¹ Das nächste .NET Summercamp läuft vom 24.09. - 28.09.2007 – Informationen dazu gibt es hier.² Specializing Generalist – das ist die "besondere" Ausprägung vom Weg zur Spezialisierung. Was soll es ausdrücken? Am besten passt ein Verweis: David Perkins is a specializing generalist. This means that David has applied his general skill set into multiple types of specialized roles. David has consistently used his general skills of problem solving, process identification, and planning to achieve superior results. David has specialized his general skills into the areas of business analysis, solution architecture, high reliability software development, systems engineering, process procedure implementation and project management.³ Das .NET Framework oder der .NET Framework? Welcher Artikel ist richtig? Für das Genus gibt es bei Entlehnungen bzw. Fremdwörtern zwar keine festen Regeln, aber bestimmte Prinzipien. Ein häufig angewandtes Prinzip ist, dass das Genus der deutschen Entsprechung oder eines sinnverwandten deutschen Wortes übernommen wird. Das wäre bei -work "_das_ Werk". Das komplexe Wort "Framework" hat die Struktur einer Zusammensetzung, wo das Zweitglied Wortart, bei Substantiven auch das Genus und die Bedeutung bestimmt (NET ist dann wieder eine nähere Bestimmung dazu). Man kann sich also auch an analogen Fällen wie _Teamwork, Network_ orientieren, die beide sächlich sind. Teamwork findet man auch im Rechtschreibduden, Network immerhin im "Duden. Deutsches Universalwörterbuch". Die Unsicherheit entsteht sicher hier auch dadurch, dass ".NET Framework" wie ein Eigenname meist ohne Artikel verwendet wird.Quelle: Frau Dr. Hannelore Poethe von der Universität Leipzig.4 S. 75 Alex Kommentar: Bei ASP.NET 2.0 heißt das Tag, sicher aus Gründen einer Abwärtskompatibilität, immer noch codebehind.
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