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.NET User Group Leipzig

Beim Launch 2008 Day haben Alex und ich es bei einem Bananenweizen mit Frank und Mirko wieder festgestellt: Die besten Gespräche hat man fern ab von einer festgelegten Agenda, bei einem Kaffee oder Bier und bei einem "du". Dort gibt es keine Rollenaufteilung in Sprecher / Zuhörer und die Themen finden sich vor Ort von selbst. Wir haben uns über Klagen (beim Gericht), über Beratung / einen Auftrag in Afghanistan (Erhöhung der Lebensversicherung von der Firma bezahlen lassen, Schutzweste kaufen :) über alles Mögliche Interessante unterhalten. Genau das ist die Idee vom .NET Open Space. Hier sind alle gleich, Auszeichnungen, Titel und IQ zählen nicht. Auch die Organisatoren halten sich die ganze Zeit im Hintergrund und moderieren nur ab und an etwas. Die Verantwortlichen der jeweiligen Themenfelder sorgen mit Einladungen für Teilnehmer darin.

Der .NET Open Space 2008 besteht derzeit aus den drei parallelen Themenfeldern:

  • ALT.NET
  • Mobile Computing
  • Soft Skills

Welche Inhalte in den einzelnen Themenfeldern konkret bearbeitet werden, wird vor Ort bestimmt, denn die Veranstaltung ist Open Space. Das heißt wiederum, der .NET Open Space ist kein BarCamp und die Regel bzw. Aufforderung, dass Teilnehmer einen Vortrag halten bzw. vorbereiten, gibt es hier nicht. Es ist egal, ob es Sessions vor Ort gibt oder nicht, ganz wichtig aber ist der Erfahrungsaustausch, den man bei einer klassischen Konferenz häufig in den jeweiligen Kaffeepausen erlebt. Der .NET Open Space ist keine Konkurrenz zu einer klassischen Konferenz wie der Advanced Developers Conference, BASTA!, prio oder Tech·Ed, sondern einfach nur eine andere Methode zur Strukturierung. Ich behaupte, genau das ist der Grund, warum Ralf sein Vorschlag gescheitert ist, eine ALT.NET-Konferenz bei einer der klassischen Konferenzen zu etablieren.

Ralf: Jeder Veranstalter will der größte sein. Der Kuchen wächst ... nicht mit. Also beginnt ab einer gewissen Veranstaltungszahl eine Kanibalisierung. Das kann in niemandes Interesse sein.

Das sehe ich nicht so. Warum sind denn BarCamps erfolgreich? Ich fände es viel schlimmer, wenn aller mögliche Inhalt auf wenige Konferenzen verteilt wird. Das hätte Züge einer Planwirtschaft. Unabhängig davon müssen auch etablierte Konferenzen ihr Konzept weiterentwickeln, ganz genauso, wie sich die Welt beständig weiter dreht. Alles mögliche bei einer Konferenz anzubieten wäre meiner Meinung nach aber genau das, was Ralf sonst vehement (richtigerweise) kritisiert: Eine Generalisierung.

Zum Anderen hat auch die dt. Alt.Net Gemeinde ein Reichweitenproblem. Wenn ein Event mit 30 veranstaltet werden soll, dann müssen 300 angesprochen werden. Wer 60 haben will, der muss 600 ansprechen. Oder so ähnlich.

Das ist unsauber argumentiert. Warum? Weil es zum Beispiel darauf ankommt, ob hinter einem Konzept ein wirtschaftliches Kalkül steht oder aber nicht. Wahrscheinlich sind 100 Teilnehmer auf der Tech·Ed ein finanzielles Fiasko, bei einem BarCamp ist das dagegen vielleicht ein richtig gutes Ergebnis. Außerdem bin ich davon überzeugt, dass es bei einem BarCamp, Open Space und insbesondere auch bei ALT.NET eine hervorragende Selbstorganisation gibt. Was ist beim .NET Open Space wichtig? Auf alle Fälle nicht die Teilnehmeranzahl, sondern die Motivation.

Die Leute kommen nicht aus Jux und Dollerei zu einem Event. Sie müssen Mehrwert gegenüber anderen Events sehen. Das hat mit Eintrittspreis erstmal nix zu tun. Viel teurer ist die Abwesenheit vom Arbeitsplatz. Was bietet denn aber eine Open Space ...? Wo liegt der knallharte Nutzen? Bei Open Space ist ... Nutzen viel schwerer auszumachen als bei einer BASTA! oder ADC oder prio oder TeamConf. Also ist es noch schwerer als ohnehin, TN zu generieren.

Ralf möchte wahrscheinlich auf Erwartungsnutzen, Sicherheitsäquivalent usw. aus der Mikroökonomie eingehen. Ohne viele akademische Worte und mit einer einfachen Frage: Ist der Nutzen aller möglichen Besucher beim Besuch einer klassischen Konferenz gleich? Alleine schon wegen einer Normalverteilung natürlich nicht. Inwieweit der Nutzen vom Besuch einer Konferenz für ein Individuum von der Methode zur Strukturierung der Konferenz direkt abhängig sein soll, ist ebenso fraglich. Man muss hier anders herangehen. Bei einer klassischen Konferenz vs. Open Space ist durch die Methode zur Strukturierung die Sicherheit viel höher, dass ganz bestimmte Inhalte behandelt werden. Sozusagen wer risikoavers ist, wählt etwas mit vorher definierten Agenda, wer dagegen risikofreudig ist, eher etwas offenes. Bei beiden Methoden zur Struktruierung lässt sich aber der konkrete Nutzen hinreichend gut / schlecht bestimmen.

Das geht auch einfacher zu formulieren: Bei Open Space haben Teilnehmer für ihren individuellen Nutzen mehr Freitheitsgrade, in dem sie die "Konferenz aus Kaffeepausen" aktiv selber mitgestalten. Ich möchte für mich z. B. gerne einen Überblick über ALT.NET-Werkzeuge und werde nicht locker lassen, dass das diskutiert wird. Möchten Sie auf alle Fälle einen Überblick von einem etablierten Sprecher zum Beispiel zu Softwarearchitekturen, wären Sie beim .NET Open Space falsch. Das könnte eine Session sein, muss es aber nicht. Bei einer klassischen Konferenz sind die Agenda und Vorträge schon im Voraus bekannt, bei .NET Open Space dagegen nur die Themenfelder. Möchten Sie also z. B. über die Sinnhaftigkeit von ALT.NET (oder Open Space :) diskutieren und Erfahrungen austauschen, ist der .NET Open Space 2008 wahrscheinlich geradezu ideal dafür prädestiniert.

Die Teilnahme am .NET Open Space ist kostenlos. Er läuft vom 17.10.2008 bis 19.10.2008 in Leipzig.

Mehr zum .NET Open Space 2008 und die Registrierung zur Teilnahme gibt es unter: netopenspace.de. Wer nicht dabei sein kann, aber gerne würde, kann das auch zeigen. Wer unser Konzept für eine gute Sache hält und darüber bloggen (gerne mit dem Tag NETOS2008) möchte, findet hier Materialien dazu. Bei XING habe ich übrigens eine Gruppe zu Open Space gegründet.

In diesem Sinne, man sieht sich...
Entweder auf einer klassischen Konferenz oder beim .NET Open Space 2008. :)

.NET Open Space vom 18.10. bis 19.10.2008 in Leipzig

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CEO bei GROSSWEBER, Entrepreneur, Entwickler, Finanzinvestor. Promoter von Community, Open Source und
Open Spaces.

Ich biete Consulting und Schulungen / Trainings, u. a. zu mobilen Geräten, Lync.
GROSSWEBER

Bei GROSSWEBER wird praktiziert, was gepredigt wird. Dort werden Schulungen für moderne Softwaretechnologien angeboten, wie Behavior Driven Development, Clean Code, Git oder HTML5. Their staff is fluent in a variety of languages, including English.

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