Wer die Spiele sofort kaufen will, am Ende dieses Blogeintrages stehen die Links.
Monkey Island 5 ist da. Oder nicht. Wie man es sieht. Die Serie heißt jedenfalls “Tales of Monkey Island” und spielt zeitlich nach dem vierten Teil von Monkey Island. Monkey Island ist jede Fortsetzung Wert, da das Spiel nicht nur fade ausgedrückt zu “den” absoluten Legenden der Adventurespiele gehört, sondern meiner Meinung nach die pure Essenz des Adventures-Genres ist. Wahrscheinlich gibt es eine Generation heute erwachsener “Spielkinder”, die mit dem Spiel einzigartig viele positive Erinnerungen verbindet. Die Veröffentlichung des ersten Spiels “The Secret of Monkey Island” ist im Jahr 2010 dennoch 20 Jahre her. Damals gab es Zuhause kein HD 1080 und Dolby Digital 7.2 zu bezahlbaren Verhältnissen und so kamen die Computerspieler z. B. mit einer damals fantastischen Auflösung von 640×512 beim Amiga 500 aus.
Man kann sich streiten, ob “Click & Point” zur Essenz eines Adventure gehört oder vielleicht nicht, denn diese finden ihren Ursprung in einer reinen Textdarstellung. Ich finde es so: Viele technische Fortschritte wie 3D wurden halbherzig und (technisch) fehlerhaft umgesetzt, so z. B. bei Grim Fandango. Gleich beim Beginn des Spiels bin ich minutenlang an der Rohrpost hängengeblieben, da Manny dort sich nicht so steuern lassen wollte, wie er sollte. Vielleicht konzentriert man sich bei hoher Erwartung und derartiger Enttäuschung zuerst auf seine Erinnerungen und nicht die Umwelt. Grim Fandango ist ein schönes Spiel und vom Erfinder lass ich letztens, dass er in 10 Jahren danach meisterlich nur ein Spiel veröffentlicht hat. Wenn ich mir Bewertungen des Monkey Island 2 Cryengine anschaue, fühle ich das bestätigt. Ganz besonders, wenn ich dort Entwürfe der Designer vom Monkey Island mit den Umsetzungen damals vor 20 Jahren und heute mit der aktuellen Cryengine vergleiche. Ein klein wenig “störend” ist prinzipiell nur, dass Guybrush Threepwood nicht, sondern dagegen nur eine irgendeine “anonyme Figur” zu sehen ist; wahrscheinlich aus lizenzrechtlichen Gründen. Ganz am Ende des Videos sieht man Guybrush im Wasser schweben, grün, Teil 1 wer sich erinnern kann und dort 10 Minuten gewartet hat, als grüner Haufen Pixel. Mehr zum Projekt gibt es hier. Ich denke die Aufruferzahl bei YouTube spricht für sich, dass ein Konzept in 3D und mit den heutigen Technologien funktionieren kann, wenn es mit damaligem Spirit umgesetzt werden würde. Und mit Liebe zum Detail, gerade bei 3D. Und Hingabe zum meisterlichen Können. Dass es das braucht, zeigte Indiana Jones IV – die Fortsetzung vor der wir uns wirklich alle fürchteten und die wahr wurde. Gut, dass sich die lebende Legende Sean Connery das nicht angetan hat.
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Doch es geht gar nicht um “3D ist besser als 2D”, sondern um die Frage, kann ein Spiel aus der Monkey Island Reihe jemals an unsere Erinnerungen von damals anschließen. Das Verblüffende an der Antwort ist, das diese nicht in technischen Dimensionen wie 600×480 gesetzgeberisch fixiert sind, sondern sehr individuell. The Secret of Monkey Island – Special Edition zeigt das. Es ist ein Remake des ersten Teils und dieses Mal auf dem Stand der Technik, ohne etwas von dem Ursprünglichen großartig zu ändern. Die Steuerung hat eine Evolution erfahren, bleibt aber im Prinzip Click & Point, Grafiken sind gezeichnet, ohne störende Pixel auch auf 30’’ mit 2.500er Auflösung. Die Musik kommt von einem Orchester und nichts macht da mehr “Piep, Piep”, sondern die Anlage tönt, auch die Sprache der Protagonisten. Ja, der Rest ist dasselbe, nur mehr Essenz & Flair, wie als wenn man etwas geträumtes plötzlich scharf sieht.
Sprüche vom Format “Ich fand den Schatz von Mêlée Island und alles was ich bekam war dieses T-Shirt” von Guybrush oder aber “Hast du nur eine Banane in der Tasche, oder freust du dich so uns zu sehen” zu ihm bei den Kannibalen sind wie im Original vor 20 Jahren 1:1 drin. Wobei der erste zitierte Spruch mich beim Spielen der Special Edition eine Hommage in dem Film The Game mit Michael Douglas an Monkey Island vermuten lässt. Dort heißt es etwas anders: “Ich wurde unter Drogen gesetzt und fast tot in Mexico zurückgelassen, und alles was ich bekam war dieses blöde T-Shirt”. Aber wer weiß das schon so genau. Die Wikipedia jedenfalls (noch) nicht. Egal.
Das Remake des ersten Teils ist nicht nur für Fans auf jeden Fall – passendes schönes Wortspiel – einen Blick Wert. “Tales of Monkey Island” mögen sicher genug Fans nicht als fünften Teil empfinden, dann ist es der sechste, der nach dem fünften spielt. So wichtig ist das hier nicht. Man muss aber Monkey Island in 3D mögen, dann wird man denke ich nicht enttäuscht. Bleibt dann noch abschließend die Frage, wann man bei Lucasfilm endlich das Risiko eines Kinofilms eingeht. Hoffentlich bald.
Hier eine Zusammenfassung, wo man die Spiele kaufen kann:
¹ Bildschirmfotos von “Monkey Island 2 Cryengine” (Urheber) bei YouTube
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