Nachdem ich zu dem Artikel (Keine) Zeit für Herzrasen! jede Menge positives Feedback erhalten habe und auch der Vortrag auf der BASTA! dazu sehr gut angekommen ist, dachte ich im Advisory-Board der BASTA!, es ist Zeit für Veränderungen. Warum sollte auf Technologie-Konferenzen nur Technologie gezeigt werden, wenn Soft Skills mindestens genauso wichtig für die Adaption und Anwendung sind? Würden aber Softwareentwickler auf eine Konferenz gehen, die nur Soft Skills zum Ziel hat bzw. würden sie es genehmigt bekommen? Das letztere ist sehr häufig eine ganz andere Frage. Ich freue mich daher sehr, dass das Team der BASTA! diese Überlegungen geteilt hat und es Vorträge zu Soft Skills gibt.
Den Titel meines Vortrages habe ich geändert in einfach (Keine) Zeit für Herzrasen! Getting Things Done kommt im Titel nicht mehr vor und war sicher nicht der Anziehungspunkt für die Teilnehmer im Frühjahr auf der BASTA!, sondern eher die Beschreibung der typischen Probleme wie "das ist erst einmal gut so" oder "das mache ich später" im Abstrakt. Ich kenne länger GTD und störte mich immer an dem formal anmutenden Vorgehensmodell, die schlechte Übersicht über die Auslastung, fehlende Werkzeuge dafür und das leider die, die es anwenden, häufig genug trotzdem in Überlastungssituationen geraten.

Viel zu oft avanciert GTD zu GOOTD, also zu Getting Only One Thing Done und das System funktioniert nicht (mehr). Es läuft also etwas verkehrt. GTD befreit zwar von der Denkweise, alles tun zu müssen, aber es schafft meines Erachtens zu schnell Schubladendenken und ist gleichzeitig damit Hemmnis für seine Anwendung durch die Reduktion von Freiheitsgraden.
Ist "XYZ" eine Aufgabe oder nur Idee, in welche Kategorie muss es und bis wann, hach... Ich möchte beliebig strukturieren können, jederzeit an- und umordnen können, denken können, lateral vor allem und mich nicht mit den Unzulänglichkeiten von Vorgehensmodellen und Werkzeugen rumschlagen. Ich möchte definierbare Übersichten, Fokussierungen, Ansichten, Abfragen, Dateianhänge, Verknüpfungen zum Dateisystem und Anwendungen. Topic Maps wären eine Lösung sind aber noch nicht ausgereift. MindManager ist eine heute verfügbare Lösung, die alle oben genannten Anforderungen und noch viel mehr kann. MindManager hat in Kombination mit GTD bei mir den größten Produktivitätszuwachs seit Jahren bewirkt.
Die rechte Abbildung ist die komplette Mindmap zum Selbstmanagement von mir.
E-Mail ist also so betrachtet nur ein Kommunikationsmedium von vielen und dennoch sind sehr viele Menschen "E-Mail-gesteuert" und rufen in den ersten 15 Minuten am Arbeitsplatz E-Mails ab und legen danach ihre Aufgaben fest, ordnen, nutzen Kategorien, Fähnchen...
Diese geänderte Denkweise ist ein Ergebnis meiner Untersuchung... mehr auf der BASTA! ;].
Die Soft Skills Vorträge finden am 23.09.2008 statt (hier mehr Informationen zur BASTA!):
- Die sieben Todsünden des (Projekt)managers
Dr. Ingo Dahm, Microsoft Deutschland GmbH
In diesem Vortrag wird gezeigt, welche Standardfehler im täglichen Umgang mit Menschen gemacht werden, wie scheinbar einfache Prinzipien falsch angewendet verheerende Folgen haben können und wie man Projekte todsicher gegen die Wand fahren kann. - Scrum und die Kunst des Projektmanagements
Jens Korte
„Wir sollten unbedingt Scrum einsetzen. Ich habe gehört dass wir damit endlich unsere Software zum Termin liefern und alle glücklich sind.“ Ist das wirklich so? Ist Scrum das Allheilmittel gegen Projektchaos, überzogene Budgets und Deadlines sowie gegen unzufriedene Kunden und Mitarbeiter? Was ist überhaupt Scrum und wie funktioniert es? Klappt das auch bei uns und wenn ja, wo fangen wir an? - Management Generation 2008 – kein Platz für wert(e)lose Führung
Yasmine Limberger
Sind sich Führungskräfte ihrer Verantwortung heute noch bewusst? Mit welchen Werten führen CIOs, Unternehmer Projektmanager oder Teamleads heute? Gibt es noch eine konsistente Werte-Kultur oder sind Werte im heutigen Business-Denken schon verlorengegangen? Welche Werte sind Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche und kompetente Führung und was habe ich als Mitarbeiter davon? Der Vortrag ist sowohl für Manager wie auch "klass. Softwareentwickler" gedacht, denn sie werden erfahren, wie man mit seinem Chef umgeht, wenn man evtl. keine klaren Wertevorstellungen erkennt oder sich mit ihnen nicht identifizieren kann. Hier geht es um Aspekte wie Respekt, Vertrauen, Pro-Aktivität, die als Spiegel zu den Werten im eigenen Verhalten zu sehen sind. Softwareentwickler haben eine Verantwortung gegenüber ihrem Auftraggeber (Kunden, Fachabteilung...) und auch hier geht es im Werte (ideelle und materielle), mit denen man sich auseinander setzen muss. Was tun, wenn sich Ziele und Werte innerhalb eines Unternehmens zu widersprechen scheinen? Bei Werten, wie z.B. dem Share-Holder Value ist es wichtig, eine Balance zwischen Gewinnmaximierung und Investitionsbereitschaft zu finden, und dabei auch der sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern gerecht zu werden. Der Vortrag zeigt Ansätze und Sinnhaftigkeit einer Führung mit Werten, bei der alle profitieren können. - (Keine) Zeit für Herzrasen!
Torsten Weber
Es geht um perfekte Momente wie den ersten Kuss, um E-Mail-Berge & große Aufgabenlisten, Untersuchungen, Freizeit zu opfern, Klagen über Zeitmangel, um "das ist erst einmal gut so" und um Microsoft und Google. Es geht um eine Handlungsmaxime für eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Es geht um Entschleunigung für Fortbildung, Freiräume & Erfolg mit Werkzeugen wie Getting Things Done & MindManager.